Erste Hilfe
Je weniger Sie jetzt tun,
desto mehr lässt sich retten.
Das klingt paradox, ist aber die wichtigste Regel der Datenrettung: Die meisten endgültigen Verluste entstehen nicht durch den Defekt selbst, sondern durch Rettungsversuche danach. Nichtstun ist in diesem Moment aktiver Datenschutz.
Sofortmaßnahmen
Was Sie jetzt nicht tun dürfen
Je weniger Sie jetzt tun, desto höher die Chancen. Die meisten endgültigen Datenverluste entstehen nicht durch den Defekt – sondern durch gut gemeinte Rettungsversuche danach.
Nicht weiterlaufen lassen
Datenträger sofort ausschalten – besonders bei Klick- oder Schleifgeräuschen. Jede Sekunde Betrieb kann den Schaden vergrößern.
Keine Rettungssoftware installieren
Jede Installation und jeder Download schreibt auf den Datenträger – und kann gelöschte Daten endgültig überschreiben.
Kein CHKDSK, keine „Reparatur"
Reparatur-Tools verändern das Dateisystem. Was danach fehlt, ist auch für das Labor deutlich schwerer zu rekonstruieren.
Nicht öffnen
Festplatten sind staubdicht verschlossen. Ein einziges Staubkorn auf den Magnetscheiben kann die Rettung unmöglich machen.
Nicht erhitzen, nicht einfrieren
Die alten Hausmittel-Tipps aus Internetforen richten mehr Schaden an, als sie je genutzt haben.
Nasse Geräte nicht trocknen
Nach Wasserschaden: feucht im verschlossenen Beutel lassen. Korrosion beginnt erst richtig beim Trocknen.
Und stattdessen
Die vier Dinge, die Sie jetzt tun sollten
01
Ausschalten und ausgeschaltet lassen
Gerät herunterfahren bzw. Stromzufuhr trennen. Bei Klick- oder Schleifgeräuschen sofort – nicht erst „noch schnell etwas kopieren".
02
Zustand notieren oder fotografieren
Fehlermeldungen, Geräusche, was zuletzt passiert ist: Jedes Detail hilft bei der Ersteinschätzung und spart Zeit bei der Begutachtung.
03
Datenträger sicher lagern
Trocken, staubgeschützt, ohne Erschütterung. Nasse Geräte im verschlossenen Beutel feucht lassen – nicht trocknen.
04
Anrufen, bevor Sie handeln
Die Ersteinschätzung unter 0664 17 28 685 kostet nichts – und verhindert die Fehler, die aus einem rettbaren Fall einen hoffnungslosen machen.
Mythen-Check
Was das Internet rät – und warum es Daten kostet
Mythos„Festplatte einfrieren, dann läuft sie nochmal kurz."
TatsächlichKondenswasser auf den Magnetscheiben und verzogene Bauteile – der Uralt-Tipp stammt aus einer anderen Festplatten-Generation und richtet heute nur Schaden an.
Mythos„Es gibt Gratis-Software, die alles rettet."
TatsächlichBei rein logischen Fehlern kann Software helfen – aber jede Installation auf dem betroffenen Datenträger kann genau die Daten überschreiben, die Sie retten wollen. Und bei mechanischen Schäden macht jeder Betriebsversuch es schlimmer.
Mythos„Einmal geht sie schon noch an."
TatsächlichDer häufigste letzte Satz vor dem Totalverlust. Wenn Köpfe die Scheiben berühren, zerkratzt jeder weitere Start die Datenoberfläche unwiederbringlich.
Mythos„Aufschrauben und nachsehen kann nicht schaden."
TatsächlichFestplatten sind staubdicht gefertigt. Schon ein Staubkorn zwischen Kopf und Scheibe wirkt wie Schleifpapier – geöffnete Platten sind oft nicht mehr rettbar.
Im Zweifel: erst anrufen.
Zwei Minuten am Telefon entscheiden oft darüber, ob Ihre Daten rettbar bleiben. Die Ersteinschätzung kostet nichts – und Sie wissen danach genau, was zu tun ist.
Mo–Fr 8:00–18:00, Rückruf werktags meist innerhalb von 30 Minuten