Ratgeber
NAS oder RAID ausgefallen
Das NAS piept, das Volume ist weg, der Verbund meldet „degraded" – und die Oberfläche bietet hilfsbereit einen Rebuild an. Klicken Sie nicht. Der fehlgeschlagene Rebuild ist die häufigste Ursache dafür, dass aus einem gut rettbaren RAID-Fall ein endgültiger Datenverlust wird.
Sofort tun
- 1. System herunterfahren und ausgeschaltet lassen
- 2. Plattenreihenfolge dokumentieren (Fotos der Einschübe mit Position!)
- 3. Notieren, was zuletzt passierte: Welche Platte meldete zuerst? Lief schon ein Rebuild?
- 4. Anrufen, bevor irgendjemand etwas „versucht" – auch der IT-Betreuer
Auf keinen Fall
- Rebuild starten oder fortsetzen
- Platten tauschen, neu initialisieren oder Volumes neu anlegen
- Platten einzeln „zum Testen" an einen Rechner hängen und beschreiben
- Die Reihenfolge der Platten verändern
Was da gerade passiert
Ein RAID verteilt Daten nach einem exakten Muster über mehrere Platten. Fällt eine aus, ist das Muster noch rekonstruierbar – solange niemand es verändert. Ein Rebuild auf eine angeschlagene zweite Platte, eine Neuinitialisierung oder vertauschte Plattenreihenfolgen zerstören genau dieses Muster. Dazu kommt: Wenn eine Platte im Verbund ausfällt, sind die anderen gleich alt und gleich belastet – die Wahrscheinlichkeit, dass der Rebuild-Stress die nächste kippt, ist real.
Wie stehen die Chancen?
Unverändert übergebene RAID-Verbünde haben gute Aussichten – auch nach Mehrfachausfällen. Nach fehlgeschlagenen Rebuilds und Neuinitialisierungen wird es deutlich schwieriger, aber nicht zwingend aussichtslos.
Wie geht es weiter?
Wir dokumentieren zuerst den Ist-Zustand, erstellen von jeder Platte ein einzelnes forensisches Abbild und rekonstruieren den Verbund virtuell – die Originale bleiben unangetastet. Für Unternehmen und Gemeinden auf Wunsch mit Verschwiegenheitserklärung und AV-Vertrag.